Deko
Ginge es darum, etwas Schönes auf den Tisch zu stellen, so könnte das ja alles sein: ein Portrait, ein Sonnenuntergang, eine Bratwurst. Wir aber wählen Blumen, weil ihrer Schönheit etwas Feineres innewohnt. Sie sind schön und sie sind es kurz. Während wir uns über die Blüte beugen, von Duft und Farbe sprechen, schaudert uns im Verborgenen vor ihrer Endlichkeit. Blumen sind profane Opfer an die Oberfläche des Alltags, Hingaben, die blutarm und doch magisch sind. Allein ihre Vergänglichkeit macht sie kostbar, das, was das Schöne über das Ansehnliche hebt. In Kunststoff für die Ewigkeit arrangiert, läuft die Geste leer. Und Kultur welkt trotzig vor sich hin.

Berlin, 20.12.2009
cv


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